Kostenrisiken bei Neubau-Immobilien

Der Kauf einer Neubau-Immobilie ist für die meisten eine der größten, wenn nicht sogar die größte, Anschaffung im Leben. Gewisse Nebenkosten sind im Vorfeld bekannt und werden einkalkuliert, dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notargebühren, der Bereitstellungszins, die Eintragung ins Grundbuch und die Maklercourtage. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Kosten, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind und die das Budget um ein Vielfaches in die Höhe treiben können.

Zu diesen verdeckten Kostenrisiken gehören ungenaue Baubeschreibungen und Exposés sowie nicht klar definierte Finanzierungskonzepte. Der Fehler liegt fast immer in einer mangelnden Kommunikation zwischen dem potenziellen Käufer und dem Verkäufer bzw. Bauträger.

Sind die Verträge einmal unterzeichnet, müssen Verbindlichkeiten eingehalten werden und der finanzielle Belastungskreislauf beginnt. Deshalb ist es wichtig, Gefahren für versteckte Kosten im Vorfeld zu erkennen.

Kostenrisiken variieren je nach Immobilientyp. Nachfolgend stellen wir versteckte Kosten für den Erwerb von Neubau-Häusern sowie Neubau-Eigentumswohnungen vor.

„Versteckte“ Kosten für den Kauf eines Neubau-Reihen-/ Doppelhauses

Zusatzkosten können entstehen für vorab nicht exakt definierte Details. Dazu gehören Heizungsart und -ausstattung, Verbesserung der Qualität von Fenstern und Innentüren, Einrichtung des Bades sowie der Wand- und Bodenbeläge.

Weitere Kosten fallen an für:

  • die Erschließung des Grundstücks
  • mögliche Bodengutachten
  • den Bau einer Garage
  • die nachträgliche Einrichtung von Schallschutzmaßnahmen
  • die Realisierung des Gartens und den Ausbau einer Terrasse
  • Kosten für den Strom- und Wasserverbrauch während der Bauphase

Mögliche „versteckte“ Zusatzkosten beim Erwerb eines Fertighauses

Auch beim Kauf eines „schlüsselfertigen“ Fertighauses können zusätzliche Kostenfaktoren den Preis nachträglich in die Höhe treiben. Das liegt zum Beispiel daran, dass Fertighäuser häufig im Vorfeld verkauft werden, wenn noch keine endgültige Bemusterung der Neubau-Immobilie vorgenommen wurde. Nachträglich kann dann einiges an Kosten für die „Nachrüstung“ des Hauses erhoben werden.

Zusatzkosten können entfallen für:

  • Wasser-, Strom- und Telekommunikationsanschlüsse
  • die Einrichtung der Baustelle
  • nachträglich zu erbringende Gutachten
  • die Erschließung eines Kellers (wenn nicht aus der Baubeschreibung ersichtlich)
  • zusätzliche Baukonzepte, die in der Baubeschreibung nicht enthalten sind
  • einen Garten sowie die Bebauung von Wegen und Terrassen

Verdeckte Kosten beim Kauf einer Neubau-Eigentumswohnung

Insbesondere beim Erwerb einer neuen Eigentumswohnung sollte auf die definitive und verbindliche Nennung des Baubeginns sowie des Termins zur Fertigstellung der Neubau-Immobilie geachtet werden. Die „gefährlichsten“ nicht im Vorfeld einkalkulierten Kosten entstehen durch eine finanzielle Doppelbelastung beim Kauf der Eigentumsimmobilie.

Unbedingt vermeiden: finanzielle Doppelbelastungen

Geht die Bauzeit weit über den vereinbarten Termin hinaus, zahlen spätere Selbstbezieher von Eigentumswohnungen weiterhin ihre Miete – müssen jedoch bereits für die Ratenzahlungen und Zinsbeträge, die zum Kauf der Neubau-Immobilie erforderlich werden, aufkommen. Deshalb: den Termin zur Fertigstellung des Neubaus unbedingt im Vorfeld fixieren!

Weitere Kosten kommen durch eine Instandhaltungsrücklage (in den meisten Fällen anteilig zu entrichten) auf. Damit werden spätere Reparaturen und Instandsetzungen im Gemeinschaftseigentum finanziert. In diesem Zusammenhang sind auch mögliche Gebühren zur Wartung von Aufzügen, zur Reinigung von Treppenhäusern und für die Gartenpflege zu nennen). Nicht immer sind diese Kosten beim Kauf einer Neubau-Immobilie klar im Bewusstsein präsent. Summiert ergeben sich dadurch jedoch mitunter erhebliche Zusatzbeträge.

Kosten und Gebühren, die nicht immer in der Beschreibung des Bauträgers enthalten sind:

  • Kosten für eine angemessene Badausstattung
  • Kosten für den Einbau eines Einbruchschutzes
  • Kosten für die Gestaltung von Garten, Terrasse oder Balkon

 

Praxistipp

Klären Sie alle möglichen zusätzlichen Kosten im Vorfeld schriftlich beim Bauträger ab und nehmen Sie die zusätzlich anfallenden Beträge in die Gesamtkostenaufstellung mit auf. Erst jetzt sehen Sie, welche Beträge mit dem Erwerb des jeweiligen Objektes tatsächlich auf Sie zukommen. Bedenken Sie: noch können Sie sich neu entscheiden.

Das Thema Baufinanzierung ist vielfältig. Mehr dazu erfahren Sie auch im Kapitel Baufinanzierung und Kalkulation.

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